Tuesday 30. May to Saturday 03. June 2017

Framescapes

Dominik Orth

Opening Reception / Vernissage: Tuesday 30. May 2017 20:00

Was Dominik Orth antreibt, ist die Suche nach dem perfekten Bild. Ein Bild, von welchem er annimmt, dass er es irgendwo auf der Welt aufspüren kann. Mit seiner neusten Werkschau “FRAMESCAPES” in der Trace Gallery stellt Orth eine Auswahl von acht Bildern aus, die er zwischen 2010 und 2016 aufgenommen hat. Sie zeigen sowohl die Präzision seines Vorgehens, wie auch den weiten Weg, den er geht, um ein aussergewöhnliches Bild zurück in seine Heimat zu holen.Die Hauptwand der Ausstellung zeigt zwei gegensätzliche und dennoch komplementäre Positionen: Ein Paar in Islands Blue Lagoon (2013) sowie eine Felsformation der sog. Meoto-Iwa in Japan, welche auch die Verheirateten Felsen (2016) genannt werden. Während ersteres Bild Orths Talent für Reportage und seinen scharfen Blick fürs Wesentliche verdeutlicht, zeigt das zweite Bild das Resultat des geduldigen Zuwartens, bis der Morgendunst die Felsen von ihrer Umgebung isoliert.Nebst dem Talent, dramatische Landschaften auf seinen Reisen fotografisch einzufangen, umfasst sein Werk auch Arbeiten kultureller Signifikanz. Buddhist Institute (2013) zeigt das buddhistische Lehrinstitut Larung Gar, welches in der Nähe von Serthar auf 4’000 Meter Höhe über Meer liegt. Um dorthin zu gelangen, nehmen Pilger eine kräftezehrende Reise mehrerer Tage auf sich. Die unzähligen Wohnhütten rund um das Kloster zeigen, wo die Pilger für mehrere Monate oder gar Jahre ein neues Zuhause finden. In den asketischen Lebensstil eintauchend, wurde Orth auch Zeuge von Himmelsbestattungen. Die Leichname werden unter freiem Himmel zeremoniell bestattet und danach den zuvor angelockten Geiern als Aas überlassen. Diese nützlichen, aber furchteinflössenden Vögel sind wiederum Gegenstand des zweiten ungewöhnlichen Bildes: das eines Mönchen, der von sich gerade ein Selfie aufnimmt.Die Werkschau von Orth in der Trace Gallery zeigt eine Mischung aus gedruckten und digitalen Werken. Letzteres dank der Unterstützung von Samsung Schweiz. Der Bildschirm “The Frame” wurde vom renommierten Schweizer Industriedesigner Yves Béhar für Samsung entworfen und ist ein neues Produkt: Ein Fernseher, der zur Plattform für digitale Kunst in Ultra High-Definition wird, sobald er nicht in Gebrauch ist. Dank einer mobilen App und der “Art Modus” Funktion können seine Besitzer eines von 100 Kunstwerken international ausgesuchter Künstler anzeigen lassen – oder auch ein Digitalbild aus der eigenen Sammlung. Zwei dieser Bildschirme kommen nun in der Ausstellung erstmalig und exklusiv in der Schweiz zum Einsatz, wobei das analoge und digitale Bild nahezu identisch sind. Eindrücklich wird so die Schönheit beider Medien demonstriert, zumal auf den zweiten Blick.